HATHA-YOGA

Wenn wir an Yoga denken, meinen wir damit in der Regel das traditionelle "Hatha-Yoga".
Hatha Yoga beinhaltet verschiedene Körperhaltungen (Asanas) sowie diverse Atemtechniken (Pranayama). Die präzise Ausrichtung unserer Körperteile steht hierbei stets im Vordergrund.

Auf diese Weise gelingt es uns, Verbindungen im Körper, wie auch die Energielinien (diese können Sie weiter unten gerne nachlesen), neu zu beleben und alte Bewegungsmuster oder Blockaden zu lösen. Ein wohliges Erwachen der Wirbelsäule belohnt diese intensive Körperarbeit zusätzlich.
Durch regelmäßiges Üben lernen wir, unsere eigenen Grenzen zu respektieren und zu erweitern. Mit Hilfe unserer Atmung können wir Leichtigkeit in jeder Haltung erleben, was sich auch auf andere Lebensbereiche übertragen lässt und so einen ganzheitlichen, positiven Effekt auf Ihre physische und psychische Gesundheit hat.


Das Wort "Hatha" ist aus zwei Teilen zusammengesetzt: "Ha" bedeutet "Sonne", und "Tha" bedeutet "Mond". Es ist kein Zufall, dass es sich um die gegensätzlichen Himmelskörper Sonne und Mond handelt, denn beim Yoga und generell bei der Ausführung traditioneller Behandlungen, geht es um den Ausgleich der Gegensätze.
In jeder Yogaübung geht es um das Gleichgewicht zwischen Anstrengung und Hingabe. Wenn wir zum Beispiel den Baum (Vrksasana) üben, balancieren wir auf einem Bein. Dazu müssen wir mit dem Standbein eine feste und stabile Verbindung zum Boden herstellen.
Wenn wir den anderen Fuß einfach nach oben nehmen, ohne das Standbein in die Yogamatte zu drücken, kippen wir um, weil wir das Gleichgewicht verlieren.


Durch Hatha-Yoga entwickeln wir ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Festigkeit unserer Muskeln und der Flexibilität unserer Gelenke. Wir üben herausfordernde Yoga-Sequenzen, um uns im Nachhienein komplett zu entspannen. Hatha bedeutet auch "energetisch", das bedeutet, die Asanas (Körperhaltungen) sind so geschaffen, dass unsere Energie frei fließen kann.
Aus dem Hatha-Yoga haben sich über die Zeit viele weitere Yoga-Richtungen entwickelt unter Anderem auch das Ashtanga-Yoga, welches ich ebenfalls anbiete, das Bikram-Yoga, das Iyengar-Yoga, das Jivamukti-Yoga oder auch das Sivananda-Yoga.
Das körperliche Ziel dieser Form der Bewegung bleibt, wie eingans erwähnt, immer ähnlich:
Es geht darum, den Körper zunächst über die Asanas anzustrengen, um ihn danach zu entspannen. So wird der optimale Körperzustand für die Meditation erreicht und auch der Geist kann zur Ruhe kommen.
Hatha Yoga ist ein leistungsfähiges Werkzeug zur Selbsttransformation. Es fordert uns auf, unsere Aufmerksamkeit auf unseren Atem zu richten, der uns hilft, ewige Gedankenkreise aufzulösen und das Bewusstsein in den Moment des Hier und Jetzt zu bringen.


Letztlich bedeutet ein solches Training natürlich auch, dass Sie dazu bereit sind, an sich zu arbeiten und trotz (eventueller) physischer Belastung nicht den Fokus auf das Wesentliche zu verlieren: Sie selbst. Glauben Sie mir, es wird sich langfristig auszahlen! Aus diesem Grund trainiere auch ich schon seit Jahrzehnten nach dem Motto

 

"von nichts kommt nichts"

 

und darf seit dieser Zeit von den unzähligen Vorteilen des Yogas profitieren.

 


Für Interessierte: einige Energielinien (Nadis)

Als Nadis werden die Energiekanäle bezeichnet, die die Lebensenergie (Prana) im Körper transportieren. Der Überlieferung nach gibt es 72000 Nadis, welche die Rishis (indische Weise) in tiefer Meditation erspürt haben. Die drei wichtigsten Nadis sind Sushumna, Ida und Pingala.

  • Sushumna: Fängt am Steißbein an und verläuft durch die Wirbelsäule entlang der Chakren bis zur hinteren Kopfmitte.
    Ist normalerweise nicht aktiv und hat nur einen geringen Energiestrom, da sie von Widerständen im Körper und Geist blockiert wird.
  • Ida & Pingala: Beide beginnen an der Basis der Wirbelsäule, schlängeln sich um die Wirbelsäule herum und kreuzen sich sechsmal unterhalb der Chakren bis zu den Nasenlöchern. Ida endet links und wird mit der weiblichen Energie verbunden; Pingala endet rechts und wird mit der männlichen Energie verbunden. Zudem verbinden beide Nadis die linke und rechte Körperhälfte miteinander.
    Der Hatha-Yogi strebt den Ausgleich von Ida und Pingala an, da erst dann die Energielinie Sushumna deblockiert und aktiv wird. Kann die Energie durch Sushumna fließen, werden auch die Chakren aktiviert. Wenn es dort keine Blockaden gibt und der Energiestrom stark genug ist, schießt die Energie direkt bis ins letzte Chakra (in der Krone des Kopfes), in dem sich das universelle Bewusstsein mit dem individuellen Bewusstsein vereinigen kann.